KN-Tattoos - Kai Nordhoff KN-Tattoos - Kai Nordhoff
Navigation

Pflegeanleitung Piercing Tipps und Informationen für dein neues Piercing


Dein neues Piercing stellt für Deinen Körper eine ganz besondere Verletzung dar. Anders als z. B. bei offenliegenden Schnittverletzungen kann Dein Körper keine Kruste über den offenen Stellen bilden, die vor dem Eindringen von Schmutz, Bakterien oder anderen Krankheitserregern schützt. Genau das wird Deine Hauptaufgabe in den kommenden Tagen sein: Halte die Wunde sauber, damit der Stichkanal schnell und problemlos eine eigene, dünne, aber schützende Hautschicht aufbauen kann! Dieser Vorgang nennt sich Epithelisierung.

Für heute gilt: Lass das Piercing in Ruhe! Ab morgen und bis zur völligen Verheilung halte Dich an folgende Regeln:

  • Unterstütze Deinen Körper durch wenig Stress, viel Schlaf, gesunde Ernährung und wenig körperliche Belastung.
  • Keine Berührung mit schmutzigen Fingern (bestenfalls vor jeder Berührung eine Händedesinfektion vornehmen)
  • Grundsätzlich jede unnötige Berührung vermeiden
  • Kein Besuch von Schwimmbädern, Saunen oder Solarien in den ersten 4 Wochen
  • Nicht baden, sondern duschen
  • Beim Duschen Kontakt mit Duschgel oder Seife vermeiden
  • Kein Kontakt mit fremden Körperflüssigkeiten (z. B. Speichel, Schweiß, Sperma)
  • In den ersten 1 bis 3 Tagen keine blutverdünnenden Medikamente einnehmen (z. B. Aspirin)
  • Keinen unnötigen Druck oder Reibung auf das Piercing ausüben
  • Das Piercing während der Heilphase nicht herausnehmen

Eigentlich ist unser Körper mit so komplexen Systemen ausgerüstet, dass er mit so einer "kleinen" Piercingverletzung prima alleine klarkommen würde. Eigentlich. Tatsächlich gibt es Dinge, die ihm die Heilung erschweren, und einige Dinge, die Du tun kannst, um ihm zu helfen. Prinzipiell solltest Du alles unterlassen, was das Immunsystem schwächt (z. B. übermäßiger Alkoholkonsum, zu wenig Schlaf etc.), aber auch nicht durch übermäßige Pflege die Wunde mehr reizen, als ihr Gutes zu tun.

Wie Du das Piercing pflegen solltest, 2 bis 3 mal am Tag, am besten morgens und abends, für die kommenden 14 Tage:

1. Schritt
Hände waschen, und das gründlich! Berühre NIE das Piercing mit schmutzigen Fingern.

2. Schritt
Sollten sich Krusten um das Piercing gebildet haben, weiche diese mit lauwarmem Wasser auf. Danach kannst Du sie mit einem fusselarmen Tuch oder in dem Pflegemittel getränkten Wattestäbchen entfernen (nicht mit den Fingernägeln!) Die Reinigung erfolgt immer von innen nach außen, damit Du die Verunreinigung von der Wunde weg und nicht zur Wunde hin transportierst.

3. Schritt
Trage das Pflegemittel großzügig auf das Piercing auf und lass es ca. 60 Sekunden einwirken. Das Piercing nicht bewegen! Durch die kapillare Wirkung gelangt das Mittel von ganz alleine in den Stichkanal. Bewegungen des Piercings können zu Schädigungen/Reizungen des Wundkanals und seiner Ränder führen. Zudem könnten Bakterien, Schmutz oder Allergene durch die Bewegung in den Wundkanal gelangen.

4. Schritt
Tupfe überschüssiges Pflegemittel mit einem Papiertuch ab.

Bitte beachte, dass es vollkommen ausreicht, diese Pflege zweimal am Tag für 14 Tage durchzuführen. Mehr Pflege kann schädlich sein! In dieser Zeit niemals den Schmuck entfernen! Piercings sollten auch nach der Verheilung bei der Körperhygiene mit einbezogen und gereinigt werden.

Das Besondere bei Oralpiercings

Zu Oralpiercings zählen z. B. das Zungenpiercing, Lippenpiercings usw. Folgende Dinge solltest Du während der Abheilzeit beachten:

  • Nach jedem Essen den Mundraum mit Wasser spülen
  • Kein Austausch von Körperflüssigkeiten
  • Auf scharfe, extrem kalte oder heiße Speisen verzichten
  • Die ersten drei Tage nicht rauchen und keine Milchprodukte
  • Vorsichtig essen und viel trinken, am besten Mineralwasser

Das Besondere bei Intimpiercings

Zu Intimpiercings zählen z. B. das Klitorisvorhautpiercing Folgende Dinge solltest Du während der Abheilzeit beachten:

  • Keinerlei sexuelle Aktivität
  • Keine zu enge Kleidung
  • Atmungsaktive Unterwäsche (keine Synthetik)

Das Besondere bei Haut- und Knorpelpiercings

Zu diesen Piercings zählen z. B. das Bauchnabelpiercing, Augenbrauenpiercing, Helix usw. Folgende Dinge solltest Du während der Abheilzeit beachten:

  • Makeup, Creme und Puder dürfen nicht in die Wunde gelangen.
  • Besondere Vorsicht bei Haarfärbemitteln! Diese dürfen auch auf keinen Fall in die Wunde gelangen.

Wenn es Probleme gibt

Frage bitte immer (wenn möglich) zuerst Deinen Piercer! Im Verlauf der Wundheilung können einige Dinge passieren, die nicht unweigerlich den Besuch beim Arzt oder gar den Verzicht auf das Piercing mit sich bringen. Ein normaler Arzt ist in der Regel nicht so vertraut mit den Besonderheiten des Piercens wie ein guter Piercer. Du solltest Deinen Piercer auf jeden Fall aufsuchen, wenn

  • Du das Pflegemittel nicht verträgst (erhöhter Juckreiz, Brennen oder Ausschlag),
  • sich allergische Reaktionen zeigen (die Wunde heilt nicht, im Gegenteil, es fühlt sich zunehmend unangenehm an, nässt, blutet oder eitert, evtl. kommt es zu Ausschlag rund um die Wunde)
  • sich das Piercing entzündet hat.

Auf keinen Fall einfach den Schmuck entfernen!

Das Wundsekret kann sich in dem Kanal abkapseln und zu einer schweren und tiefen Entzündung führen. Diese muss dann u. U. chirurgisch behandelt werden.

Allergien
Da die Piercingwunde eine ungeschützte Wunde ist, enthält der Schmuck zum Ersteinsatz ein absolutes Minimum an allergenen Stoffen, wie z. B. Nickel. Nichtsdestotrotz kann es zu allergischen Reaktionen kommen – durch den Schmuck, durch Eindringen von Stoffen in den Wundkanal oder durch das Pflegemittel. Jodhaltige Mittel provozieren oft solche Reaktionen. In solchen Fällen sprich bitte mit Deinem Piercer. Sei es der Schmuck oder das Pflegemittel, es gibt immer Alternativen.

Was normal ist
Folgende Dinge sind vollkommen normal und sollten Dir kein Unbehagen bereiten, immer vorausgesetzt, die genannten Symptome halten nicht länger als drei Tage an. Grundsätzlich gilt immer: fühlst Du Dich unsicher, frag Deinen Piercer! Nach dem Piercen kann:

  • Die gepiercte Körperstelle anschwellen (Kühlung hilft – nicht Eis direkt auf die Wunde!)
  • Die Wunde brennen und/oder leicht schmerzen
  • Es zu leichten Blutungen kommen
  • Flüssigkeit aus der Wunde gelangen (kein Eiter)
  • Es sich so anfühlen, als ob Dein Piercing "Höhen und Tiefen" hat – eben fühlte es sich abgeheilt an, dann wieder nicht
  • Es für Dich ungeahnte Einschränkungen geben, weil bestimmte Bewegungen für Dich unangenehm sind

Wenn Du Fragen hast, zögere bitte nicht, Dich an uns zu wenden! Wir wünschen Dir viel Freude mit Deinem neuen Piercing!